(Anti-)Faschismus

Geschichtlich begründete Benito Mussolini den Begriff „Faschismus“ 1922 in Italien. Diese Bezeichnung wurde in der Folgezeit vor allem von national- und sozialrevolutionären Staatsformen mit totalitärem Anspruch übernommen, was das heutige Verständnis grundlegend prägt. Wenn nicht von Anfang an, so nahm der Faschismus schnell antisemitische Tendenzen an – spätestens nach dem „Achsen“-Bündnis mit Hitler 1940.

Die Wortbedeutung hilft kaum weiter: aus den Wortstamm „fasces“ der Zeiten des römischen Reiches ergibt sich für Faschismus etwa die Übersetzung „Rutenbündel“ als besonderes Kennzeichen wichtiger römischer Offizieller.

„Der Faschismus hat einen Namen, der an sich nichts sagt über den Geist und die Ziele der Bewegung. Ein Fascio ist ein Verein, ein Bund, Fascisten sind Bündler, und Fascismus wäre etwa Bündlertum.“ (Fritz Schotthöfer, 1924)

Rassische Begriffe gab es im italienischen Faschismus zunächst nicht; diese wurden erst durch die Vermischung mit dem Nationalsozialismus eingefügt.

Das aktuelle Verständnis – vor allem aus der Sicht der Antifaschisten – ist uneinheitlich. So richtet sich der Protest sowohl gegen totalitäre oder nationalsozialistische, als auch gegen antisemitische Weltanschauungen. Ich selber verstehe Antifaschismus als Sammelbegriff für alle Formen des Widerstandes gegen Gesellschafts-formen, welche Kriterien aufstellen, nach denen Menschen ihr „Mensch-Sein“ zugestanden oder abgesprochen wird.