Wir sind für Sie da!

Postanschrift:
DIE LINKE. Ratsfraktion
Kurt-Schumacher-Str. 2, 45699 Herten

Telefon:
02366 - 303 540 (Fraktionsbüro)
0177 - 3563844 (Thomas Prinz)

E-Mail:
ratsfraktion@dielinke-herten.de

Bürgersprechstunde:
dienstags, 09:00 bis 12:00 Uhr
donnerstags, 13:00 bis 17:00 Uhr
Fraktionsbüro Rathaus Nebengebäude


 

Rats- und Bürgerinformationssystem

 
 
 
 
1. Februar 2012 Martina Ruhardt

Leserbrief zur Schließung öffentlicher Kultureinrichtungen

Wieder einmal findet sich in der Berichterstattung der HA ein Beleg für den Rückzug der Politik aus dem Kulturbereich. In der Ausgabe vom 26. Januar 2012 geht es um die Schließungspläne der RuhrKunstMuseen. Dazu einige Anmerkungen: In den letzten Jahren wurden unsere Städte zu „Konzernen“ gemacht und aus dem Kulturbereich wurde die „Kulturwirtschaft“. Kultur ist damit zu einer Ware geworden und jede finanzielle Ausgabe wird daher vorher unter der Fragestellung betrachtet: Rechnet sich das? Dabei wird allerdings verkannt, dass kulturelle Werte das Fundament unserer Gesellschaft als demokratisches Gemeinwesen darstellen. Wir brauchen sie als Träger von Identität sowohl für unsere individuelle Entwicklung und Entfaltung als auch zur Auseinandersetzung mit unserer sozialen Umwelt. Denn gemeinsame kulturelle Erfahrung bedeutet auch Zusammengehörigkeit.
Wie sich derzeit abzeichnet, wird nun allerdings der schon seit langem begonnene kulturelle Kahlschlag durch die Verabschiedung des sog. kommunalen Stärkungspaktgesetzes noch einmal drastisch verschärft.  Den Kommunen wird es damit unmöglich gemacht, ihren Kultur- und Bildungsauftrag im Sinne einer öffentlichen Daseinsvorsorge  zu erfüllen.
Schon heute ist dieser Bereich ohne bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt kaum noch in unseren Städten vorhanden. Damit kommt der Staat zunehmend seiner Verantwortung nicht nach, dafür zu sorgen, dass der Zugang zu Kultur jedem Menschen gewährt wird. Stattdessen überlässt er diesen wichtigen Bereich mehr und mehr kommerziellen Eventunternehmen, Sponsoren und Stiftungen großer Unternehmen. Public-Private-Partnerschafts-Modelle - zum Beispiel mit der Bertelsmann Stiftung – spielen dabei eine immer größere Rolle.
Kulturelle Teilhabe und kultureller Bildung sind aber Grundrechte, die nicht den Gesetzen des freien Marktes unterworfen werden dürfen. Alle Menschen müssen die  Chance erhalten, am kulturellen Leben teilnehmen zu können. Geschieht dies nicht, dürfen wir uns über die Kulturlosigkeit in unserer Gesellschaft nicht wundern.